4. Spieltag 2019/20: 1. FC Spich – TuS Meinerzhagen

IMG 20191109 182006 kleinTroisdorf-Spich, Nordrhein-Westfalen: Es ist Samstag, der 9. November 2019. Ein wunderschöner goldener Herbsttag. Vielerorts ziehen die ersten Martinszüge durch die Straßen und Dörfer. Zudem jährt sich heute der Fall der Berliner Mauer und das dadurch eingeläutete Ende der deutschen Teilung genau zum dreißigsten Mal. Ein Ereignis von enormer Bedeutung für die deutsche, die europäische, ja sogar die Weltgeschichte - jedoch ohne jegliche Bedeutung für den Inhalt dieses Spielberichts. 

6 kleinWährend die Gedenkfeiern zu Ehren David Hasselhoffs, tausender mutiger Ostberliner und des PR-Genies Günther Schabowski in Ost und West mehr oder minder großen Anklang fanden, trafen sich der TuS Meinerzhagen und der 1. FC Spich zum vierten Spieltag der laufenden Verbandsligasaison - lediglich 15km nördlich des ehemaligen Regierungssitzes der BRD. Die Ausgangssituation in der Tabelle versprach zumindest auf dem Papier keinen hochklassigen Volleyball, aber sind es nicht häufig die mehr von Kampf denn als Technik geprägten Spiele, welche die Zuschauer in ihren Bann ziehen und begeistern? Über einen Mangel an Zuschauern konnten sich die Spicher Herren jedenfalls nicht beschweren. Zwei Bänke voller Freunde, Angehöriger, besserer Hälften sowie Spielerinnen der Damenmannschaft boten lautstarke Unterstützung. Auch wenn die Aufsteiger aus Spich bisher noch keinen Sieg einfahren konnten, standen trotzdem zwei im Tie-Break erkämpfte Zähler auf dem Punktekonto. 

6 kleinSoviel zur Ausgangssituation. Anpfiff. Aufschlag, Annahme, Hinterfeldangriff, erster Punkt Spich. Nächster Ballwechsel, nächster Punkt Spich. Es folgten der dritte und der vierte. Die Herren in gelb-schwarz (die Spicher, nicht die Dortmunder, die zur gleichen Zeit gegen München unter die Räder gerieten) erwischten den besseren Start und erzielten Punkt um Punkt. Eine stabile Annahme, ein variables Zuspiel und ein teilweise brachialer Angriff wurden belohnt, so dass es nach einer halben Stunde 2:0 nach jeweils 25:15 stand. Alles schien nach Plan zu laufen und der ein oder andere freute sich in der Satzpause schon auf einen frühen Feierabend. 

6 kleinDoch wie so häufig wurde diese Arroganz bestraft. Die Spannung auf dem Feld ließ deutlich nach. Die Abwehr, welche in den ersten beiden Sätzen noch um jeden Ball gekämpft hatte, ließ sich nach den Sätzen drei und vier am besten mit Gorbatschows Satz „wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ beschreiben. Und wie es im Volleyball nun mal so ist, verbesserte sich Meinerzhagen proportional zur Verschlechterung auf Spicher Seite. Lange Rede, kurzer Sinn: nach dem vierten Satz war das Spiel wieder ausgeglichen (20:25, 19:25) und zum dritten Mal in dieser Saison musste Spich in den Tie-Break. 

Auch hier erwischte man zunächst den schlechteren Start und lag schnell 0:2 hinten. Dann jedoch schien ein Ruck durch die Mannschaft zu gehen. Beflügelt durch einige gute Einzelaktionen drehten die Männer in schwarz-gelb nochmal auf. Nun stand die Annahme wieder und der Angriff zeigte wieder die Durchschlagskraft der ersten beiden Sätze, vor allem aber wurde mannschaftlich geschlossen wieder um jeden Ball gekämpft. Das Ergebnis: 15:7. Nach zwei Niederlagen im Tie-Break und diesem 3:2 Sieg wäre die logische Konsequenz ein 3:1 Sieg im kommenden Spiel gegen Siegen. 

Einen herzlichen Dank an alle Zuschauer, die an diesem Abend auf sämtliche Mauerfallgedenkveranstaltungen sowie den „deutschen Clasico“ verzichteten und sich von uns (zugegeben ungewollt) mit einem Fünf-Satz-Krimi unterhalten ließen!;) 

Für Spich spielten: Holger Alsmann, Tobias Szemkus, Matthias Wiegand, Simon Tebbe, Jan Mayer, Timo Scheel, Lukas Arndt, Kay Stoebke, Volker Neumann

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