9. Spieltag 2018/19: Meckenheimer SV II – 1. FC Spich

Fünf-Satz-Krimi in Grüner Hölle

20190119 meckenheim spichMECKENHEIM, 19. Januar 2019 - Letzter Spieltag der Hinrunde. Landesliga. Tabellenführer gegen Tabellenzweiten. Spich gegen Meckenheim, das Aufeinandertreffen zweier alter Bekannter. Beide Mannschaften ungeschlagen. Spich ohne Punktverlust und einem dadurch bedingten hauchdünnen Vorsprung von zwei Punkten auf den ewigen Rivalen. Der Grundstein für ein spannendes Spiel und absolutes Gipfeltreffen war gelegt. Noch im alten Jahr hatte Meckenheim in Spich gegen die Drittvertretung des AVC Köln gezeigt, dass der zweite Tabellenplatz nicht bloß mehrerer glücklicher Umstände sondern einem schönen soliden Volleyball zu verdanken ist. Und allerspätestens nach den letzten einschwörenden Worten von Trainer Tobi Szemkus war auch dem letzten der Spicher Herren klar, dass man in diesem Spiel alles würde geben müssen, um die Tabellenführung zu behaupten. Mit diesem Wissen im Hinterkopf, hoch motiviert und kampfbereit standen also sechs schwarz-gelbe Spieler zum Anpfiff auf dem Feld, lautstark angefeuert von der Bank, bereit loszulegen.

Anpfiff. Nun ja, wie soll man sagen, in der Theorie ist vieles schöner und einfacher als in der Praxis. Die Herren aus Spich starteten in etwa so holprig in das Spiel, wie das Vereinigte Königreich sich wohl bald aus der Europäischen Union verabschieden wird. Zunächst nervöse Annahmen, dann leichtfertig verschlagene Angriffe. Die kaum sichtbaren Außenlinien taten ihr Übriges und führten zu einer hohen Reihe von Aufschlagfehlern. Nichts lief in diesem ersten Satz zusammen, so dass es auch nicht allzu lange dauerte bis die konzentrierte Anspannung vom Spielbeginn in Nervosität umschlug. Die Auszeiten bei den Spielständen von 4:9 und 9:15 musste Trainer Szemkus vor allem dazu nutzen, die erhitzten Gemüter wieder zu beruhigen und seine Spieler zu ermahnen, sich nicht gegenseitig fertig zu machen. Auch wenn er dabei eine deutlich bessere Figur als Theresa May vorm englischen Parlament machte und sich die Stimmung zumindest etwas besserte, konnte Meckenheim seine Führung weiter ausbauen. Auch die Wechsel Preis für Alsmann und Arndt für Tebbe beim Stand von 11:21 bzw. 11:23 konnten den drohenden Spixit nicht mehr aufhalten und so ging der erste Satz verdient, klar und deutlich mit 25:12 an Meckenheim.

Ein gänzlich anderes Bild bot sich in Satz Nummer Zwei. Lag man im ersten Satz sehr schnell zurück, entwickelte sich nun ein offener Schlagabtausch. Keine der beiden Mannschaften konnte sich entscheidend absetzen. Jedenfalls nicht bis Alsmann den Aufschlag übernahm und mit platzierten Angaben die Meckenheimer Annahme so unter Druck setzte, dass Spich auf 7:4 davon zog. Eine gegnerische Auszeit und eine Angabenserie des Meckenheimer Kapitäns als Antwort darauf zwangen Spich zur Auszeit beim Stand von 12:13. Wer aber nun glaubte, die Herren aus Spich würden wieder einknicken, wurde durch Mayer eines besseren belehrt. Die nächsten zwei Punkte durfte Meckenheim noch machen, Wechsel Ballbesitz bei 13:15, Aufschlag Mayer. Nächster Wechsel des Ballbesitzes bei 18:15. Diese Zahlen dürften für sich sprechen. Im restlichen Verlauf des Satzes lief all das, was in Satz Eins nicht gelaufen war. Stabile Annahme, starke Angriffe und vor allem eine positive Einstellung und Kampfeswillen waren auf dem Feld zu spüren. Endstand 25:19, alles wieder offen.

Satz Drei war der vorm Spiel von allen erwartete Krimi. Beide Mannschaften kämpften um jeden Ball und schenkten sich nichts. Auf Spicher Seite lief es spielerisch so weiter wie im vergangenen Satz, zudem stand nun auch noch der Block gut. Trotzdem lief man von Beginn an einem Rückstand von drei Punkten hinterher. Erste Auszeit bei 8:12 aus schwarz-gelber Sicht. Beim Stand von 10:14 wieder Ballübernahme Mayer. Diesmal wurde nicht nur der eigene „Highscore“ von fünf Angaben um ganze vier weitere getoppt, sondern auch der Meckenheimer Trainer zu zwei Auszeiten gezwungen. Bei 19:14 entschied sich Mayer dazu, die anderen auch noch mitspielen zu lassen. Normalerweise reicht bei diesem Spielstand ein Vorsprung von vier Punkten zum Satzgewinn, aber eine Reihe von Spicher Eigenfehlern und starker Meckenheimer Angriffe brachte die Herren aus der Apfelanbaustadt zurück ins Spiel. Endstand 27:25. Aus Spicher Sicht.

Mit der 2:1-Satzführung im Rücken hätte man befreit aufspielen können und drei Punkte nach Spich entführen können. Stattdessen bot sich ein Bild wie im ersten Satz. Ob man den mittlerweile zahlreichen Zuschauern aus Meckenheim den Samstag nicht vermiesen wollte, die Kräfte zu schwinden begannen oder Meckenheim eine Schippe drauflegte, soll hier nicht näher analysiert werden. Endstand 14:25, der Satzausgleich.

Tie-Break. Nach der erneuten Seitenwahl wurden nochmal alle verbliebenen Kräfte mobilisiert, um den ersten Tabellenplatz zu behaupten. Lange umkämpfte Ballwechsel, Emotionen und schöne Angriffe. Im letzten Satz wurde den Zuschauern alles geboten, was ein spannendes Volleyballspiel ausmacht. Seitenwechsel bei 7:8 aus Spicher Sicht. Auszeit Meckenheim bei 8:10 und schließlich der erlösende letzte Punkt zum 16:14. Sieg Spich in einem hart umkämpften Krimi.

Am nächsten Tag ging es für die Spicher Herren als Kreispokalsieger direkt wieder nach Meckenheim zu den Spielen des Bezirkspokal, doch mehr dazu folgt...

Für Spich spielten: Holger Alsmann, Lukas Arndt, Jan Mayer, Volker Neumann, Lukas Preis, Max Schaper, Sebastian Schaumann, Kay Stoebke, Tobias Szemkus, Simon Tebbe, Christoph Türk und Matthias Wiegand

Autor: Kay Stoebke

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