10. Spieltag 2018/19: SV Leuscheid – 1. FC Spich

Märchenstunde in Köln

klein IMG 20190128 WA0042KÖLN, 27. Januar 2019 - Als Kind wurden uns allen Märchen erzählt und wir alle haben viel aus ihnen gelernt, haben die Figuren vielleicht sogar als Vorbilder angesehen. Und auch die Spicher Damen haben sich eine besondere Figur zum Vorbild genommen: Das hässliche Entlein.

Um dessen Geschichte kurz zusammenzufassen:

Eine Entenmutter brütet ihre sieben Eier aus. Aus sechs davon schlüpfen wunderschöne Küken, aber das siebte Küken schlüpft deutlich später, ist hässlich und tollpatschig und ein Außenseiter. Eines Tages läuft das hässliche Entlein weg. Es trifft viele andere Tiere, aber keines kann ihm sagen, warum es so hässlich ist. Der kommende Winter ist eine harte Zeit für das Entlein. Es ist allein, findet keine Nahrung und friert. Doch ein Bauer findet das Entlein, pflegt es gesund und setzt es im Frühling wieder an seinem See aus. Als das Entlein sein Spiegelbild im Wasser sieht, stellt es verwundert fest, dass es nicht mehr hässlich ist, sondern dass aus ihm ein wunderschöner Schwan geworden ist. Von da an wurde es von allen bewundert und war nie wieder einsam.

klein IMG 20190128 WA0051Auch die Spicher Mädels starteten als Außenseiter in die Saison. Sie waren frisch aufgestiegen und setzen sich schnell sieglos am unteren Tabellenende ab. Mit gerade mal zwei gewonnen Sätzen machte man in der Hinrunde vielleicht nicht gerade die beste Figur. Und niemand konnte sich erklären, wieso die Mädels ständig verloren, obwohl sie doch spielerisch vielen Gegnern gewachsen seien. So war die Hinrunde eine harte Zeit für das Team und sie alle hofften auf eine erfolgreichere Rückrunde.

Diese sollte mit dem Spiel am 27.01. gegen den SV Leuscheid beginnen. Die erste Analyse des Trainers ergab, dass dieses Team durchaus zu schlagen sei und mit aufmunternden Worten wurden die ersten sechs Spielerinnen auf das Feld geschickt.

Der erste Satz startete jedoch mit einem leider allzu vertrauten Gefühl. Der Gegner machte den ersten Punkt. Machte den zweiten Punkt. Doch das Team fiel nicht in das gefürchtete Spicher Loch, sondern erzielte den Anschlusspunkt und daraufhin nicht nur den Ausgleich zum 2:2, sondern tatsächlich auch eine fünf-Punkte-Führung. Aus den strahlenden Gesichtern wurden jedoch schnell enttäuschte Mienen, als plötzlich einige Annahmen schief gingen, Bälle verschlagen wurden und Leuscheid schließlich aufholte und dann selbst mit fünf Punkten Vorsprung zum 14:9 in Führung ging. Zwar konnten die Spicher sich noch einmal berappeln und zum 15:15 ausgleichen, danach musste man den Satz jedoch leider mit 25:18 Punkten an Leuscheid abgeben.

klein IMG 20190128 WA0034Trotzdem zogen die Spicher Mädels Mut aus diesem ersten Satz. Man hatte gesehen, dass man spielerisch mit dem Gegner mithalten konnte und ging (die eine mehr, die andere weniger) zuversichtlich in den zweiten Satz. Zum großen Schrecken von Spielerinnen und Trainer dominierte Leuscheid den ersten Teil des Satzes deutlich und die Spicher lagen innerhalb weniger Minuten mit 11:2 hinten. Eine meisterliche Aufholjagd mit sehenswerten Spielzügen und plötzlich tadelloser Annahme und Abwehr führte noch einmal zum Ausgleich beim Spielstand von 17:17. Und obwohl von nun an entschlossen um jeden Ball gekämpft wurde, kamen die Spicher auch dieses Mal nicht über ein 25:21 hinaus.

Über einen dritten, sehr holprigen Satz wollen wir lieber schweigen. Wichtig ist nur, dass auch dieser am Ende mit 25:12 an Leuscheid ging.

Letztendlich sind aus den kleinen hässlichen Entlein vielleicht doch noch keine Schwäne geworden, aber zugegebenermaßen ist der Winter auch noch nicht ganz vorüber. Und vielleicht werden die Mädels ja auch bald wieder in ihrem Teich ausgesetzt und stellen fest, dass sie ein genauso leistungsstarkes Team geworden sind wie die anderen.

klein IMG 20190128 WA0053Zum Schluss noch ein kleiner Fun Fact: Die Redewendung „Den Kopf in den Sand stecken“ kommt daher, dass man früher glaubte, ein Strauß würde seinen Kopf in den Sand stecken, um Gefahren zu entgehen. Ganz nach dem Motto: Nichts sehen, nichts hören. Dass Trainer JD an diesem Spieltag sein Gesicht in den Händen verbarg, war also vielleicht gar kein Ausdruck von Qualen, sondern nur der Versuch sich gemeinsam mit seinem Team in einen eindrucksvollen Vogel zu verwandeln.

Für Spich werden zu Schwänen: Carolin H., Jessica S., Kyra R., Lena J., Luka S., Ramona F., Shila N., Silvia R., Vivian S.

Autor: Carolin H.

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